Lernt man für eine Prüfung alles oder nur das, was wirklich drankommt?
Für eine Prüfung lernt man nicht alles, sondern gezielt das, was wirklich drankommt. Meine Gesellenprüfung Teil 1 im Sommer hat diesmal nur zwei Themen, Kühlsystem und Bremsanlage. Ich habe meine autoFACHMANN-Kurse damit abgeglichen und gesehen, dass die Fehlersuche am Kühlsystem schon zu hundert Prozent saß, 44 von 44 Punkten. So bleibt die ganze übrige Zeit für die Bremse, das einzige, was wirklich noch fehlt. Wer alles gleich wichtig nimmt, lernt am Ende nichts richtig.
Muss ein Werkstattchef die Arbeit selbst können?
Er sollte sie kennen, aus den Fingern. Wer nie selbst am Fahrzeug stand, entscheidet über etwas, das er nur vom Hörensagen kennt. Genau deshalb mache ich die Ausbildung mit, neben der Geschäftsführung. Führen heißt nicht, über der Arbeit zu stehen, sondern sie zu verstehen.
Warum macht ein Geschäftsführer mit 43 noch eine Ausbildung zum Mechatroniker?
Weil man eine Werkstatt nur dann in eine neue Zeit führen kann, wenn man die Arbeit aus den Fingern kennt, nicht aus der Statistik. Ich lerne den Stoff mit einer KI als geduldigem Partner, der eine Frage zum fünften Mal genauso ruhig beantwortet. Die Prüfung schreibe trotzdem ich, und die Sichtprüfung macht meine Hand. Latzanzug und Hemd in einer Person.
Mit 43 nochmal Azubi. Wie ich das Handwerk mit KI lerne.
Ich bin Geschäftsführer und gleichzeitig Lehrling. Tagsüber Verantwortung, abends Lernstoff. Ein Werkzeug macht diesen Spagat möglich, das es vor zwei Jahren so noch nicht gab.
WeiterlesenDiagnosegerät oder Sichtprüfung bei Kühlmittelverlust?
Bei einer mechanischen Undichtigkeit zuerst die Sichtprüfung. Ein geplatzter Schlauch oder ein undichter Kühler hinterlässt keinen Fehlercode, den ein Diagnosegerät lesen könnte. Manchmal ist die Verkleidung abbauen und hinsehen die schnellere und ehrlichere Diagnose. Das teure Gerät ersetzt nicht den prüfenden Blick.
Was, wenn eine KI ein Bild oder eine Aufgabe nicht eindeutig erkennt?
Dann soll sie das sagen, nicht raten. Beim Lernen mit KI ist mir wichtiger, dass sie eine Unsicherheit offenlegt, als dass sie eine falsche Antwort selbstbewusst formuliert. Eine erfundene Antwort klingt genauso ruhig wie eine richtige. Das Urteil, welcher zu trauen ist, bleibt beim Menschen.
Verändert KI den Zugang zu Wissen für Handwerker?
Stark, und zum Guten. Früher hing gutes Erklären an der Zeit eines Ausbilders oder am Glück mit der Berufsschule. Heute bekommt eine Erklärung, wer fragen kann. Beim eigenen Lernen merke ich das täglich. Gute Werkzeuge, breit verfügbar, sind der stillste Weg zu mehr Chancengleichheit.
Wie hält man Gelerntes fest, das im Gespräch mit einer KI entsteht?
Sofort aufschreiben, nicht erst am Ende. Beim Lernen speichere ich jede Erklärung und jedes Bild ab, sobald es da ist. Wissen, das nur im Verlauf eines Chats bleibt, ist nach der Sitzung weg. Was nicht festgehalten wird, war am Ende keine Erkenntnis, nur ein Moment.