Mit 43 nochmal Azubi. Wie ich das Handwerk mit KI lerne.
Ich bin Geschäftsführer und gleichzeitig Lehrling. Tagsüber Verantwortung, abends Lernstoff. Ein Werkzeug macht diesen Spagat möglich, das es vor zwei Jahren so noch nicht gab.
WeiterlesenJournal · Übersicht · Seite 25 von 27
Alle Einträge, chronologisch. KI im Werkstattalltag, aus der Praxis einer freien Werkstatt. Lange Stücke und kurze Antworten auf echte Fragen aus dem Betrieb.
Ich bin Geschäftsführer und gleichzeitig Lehrling. Tagsüber Verantwortung, abends Lernstoff. Ein Werkzeug macht diesen Spagat möglich, das es vor zwei Jahren so noch nicht gab.
WeiterlesenEin zentraler, gut gesicherter Login mit zweitem Faktor. Wir haben unsere Dienste an einen einzigen Identitäts-Anbieter, Authentik, angebunden. Statt zwanzig Passwörtern auf Zetteln gibt es einen Schlüssel, dafür richtig geschützt. Bequemlichkeit und Sicherheit sind kein Gegensatz, wenn man sie zusammen plant.
Alles. Was ich nicht öffnen, verstehen und reparieren kann, besitze ich nicht, am Fahrzeug wie bei der Software. Deshalb baue ich Systeme aus Teilen, die ich im Schadensfall einzeln verstehe und austausche. Ein undurchschaubares Ganzes besitzt man nur scheinbar.
Damit ihr niemand den Stecker ziehen kann. Wir haben Mail, Passwortverwaltung, Dateien und Projektverwaltung, bei uns Stalwart, Vaultwarden, Nextcloud und OpenProject, auf eigene Server geholt. Das ist mehr Arbeit als alles zu mieten, denn Sicherungen und Aktualisierungen liegen dann bei mir. Aber was man mietet, kann einem gekündigt oder verteuert werden. Eigentum ist ein Tausch von Bequemlichkeit gegen Unabhängigkeit.
An dem Tag, an dem ein Anbieter die Preise verdoppelt, einen Dienst einstellt oder ein Konto sperrt. Solange alles läuft, fällt es nicht auf. Genau deshalb haben wir die wichtigen Werkzeuge ins eigene Haus geholt. Wer seine Grundlage besitzt, ist an weniger Stellen erpressbar.
Wir haben unsere E-Mail, unsere Passwörter, unsere Dateien und unsere Werkzeuge auf eigene Server geholt. Das ist mehr Arbeit, als alles zu mieten. Es ist auch der Grund, warum uns niemand den Stecker ziehen kann.
WeiterlesenBei einer mechanischen Undichtigkeit zuerst die Sichtprüfung. Ein geplatzter Schlauch oder ein undichter Kühler hinterlässt keinen Fehlercode, den ein Diagnosegerät lesen könnte. Manchmal ist die Verkleidung abbauen und hinsehen die schnellere und ehrlichere Diagnose. Das teure Gerät ersetzt nicht den prüfenden Blick.
Nur mit Gegenprüfung. Eine KI hat mir beim Einrichten von Vaultwarden eine Einstellung empfohlen, die vollkommen plausibel klang und schlicht nicht existierte. Seitdem gleiche ich jede Konfig-Auskunft mit der offiziellen Vorlage oder dem Quellcode ab, bevor ich sie übernehme. Plausibel ist nicht dasselbe wie wahr, und eine KI sagt das Falsche genauso ruhig wie das Richtige.
Dann soll sie das sagen, nicht raten. Beim Lernen mit KI ist mir wichtiger, dass sie eine Unsicherheit offenlegt, als dass sie eine falsche Antwort selbstbewusst formuliert. Eine erfundene Antwort klingt genauso ruhig wie eine richtige. Das Urteil, welcher zu trauen ist, bleibt beim Menschen.
Indem man beides gleichzeitig ernst nimmt. Wir bereiten die Werkstatt auf neue Antriebe und KI vor und lösen zugleich die realen Probleme der heutigen Kunden. Nur Zukunft ist Größenwahn, nur Heute ist Nostalgie. Der Weg liegt dazwischen, und er ist unbequemer als jede reine Lehre.
Stark, und zum Guten. Früher hing gutes Erklären an der Zeit eines Ausbilders oder am Glück mit der Berufsschule. Heute bekommt eine Erklärung, wer fragen kann. Beim eigenen Lernen merke ich das täglich. Gute Werkzeuge, breit verfügbar, sind der stillste Weg zu mehr Chancengleichheit.
Auf die unsichtbare Grenze. Wir wollten Seafile nutzen, dessen freie Version die entscheidende Speicher-Anbindung schlicht nicht enthielt, egal was man konfigurierte. Geblieben sind wir bei Nextcloud. Das war kein Fehler, sondern Geschäftsmodell. Besser man findet solche Grenzen vorher als mitten in der Migration.
Nein, es ist eine Entscheidung mit Begründung. Wir haben mehrere Werkzeuge ernsthaft evaluiert und dann bewusst verworfen, samt Notiz warum. Diese Notiz erspart, dieselbe Frage in einem halben Jahr noch einmal zu stellen. Verwerfen mit Grund ist Fortschritt, nicht Stillstand.
Weil ein falsch gesetzter Schalter, den niemand dokumentiert hat, genauso wirkt wie ein großer Defekt. Bei der Mail-Einrichtung lag es am Ende an einem einzigen Port, 465 statt 587, der anders sein musste als überall beschrieben. Stunden hingen an einer Zeile. Wer sie findet und aufschreibt, schenkt dem nächsten den ganzen Tag.
Ja. Unsere Statistik läuft mit Umami, cookielos und ganz ohne persönliche Profile, deshalb braucht sie keinen Einwilligungs-Banner. Ich sehe, was gelesen wird, aber nicht, wer es liest. Weniger Banner, weniger Reue, und die Zahlen reichen für jede sinnvolle Entscheidung.
Wir haben Matomo entfernt und durch das cookielose Umami ersetzt. Es war bequem und es war zu viel für das, was wir tatsächlich wissen müssen. Manchmal ist Weglassen die ehrlichere Entscheidung als ein weiterer Banner, den ohnehin jeder wegklickt.
Von selbst, nachts. Loco-Soft exportiert nachts den Bestand, eine Brücke in der Werkstatt schickt die Daten auf unseren Server, ein kleines Programm ordnet sie und die Website baut sich neu. Rund hundert Fahrzeuge, jeden Morgen aktuell, ohne dass eine Hand sie anfasst. So bekommt ein Fünfzehn-Mann-Betrieb die Datenpflege einer Kette.
Eine Chance auf Augenhöhe, wenn man sie selbst in die Hand nimmt. Dasselbe Werkzeug, das einem Konzern hilft, hilft auch dem Betrieb mit fünfzehn Leuten. Bei uns pflegt es den Bestand und beschreibt die Bilder, Aufgaben, für die früher eine ganze Abteilung nötig war. Gefährlich wird KI nur für den, der wartet, bis sie ihm jemand verkauft.
Jeden Morgen zeigt unsere Website den aktuellen Bestand. Preise stimmen, verkaufte Fahrzeuge sind weg, neue sind da. Niemand tippt das ein. Eine Geschichte über Automatisierung, die im Hintergrund arbeitet, damit vorne Zeit bleibt.
WeiterlesenEchte Kunden. Unsere Transporter tauchten in keinem Typ-Filter auf, man fand sie nur über die Marke, und damit waren sie für den Suchenden praktisch nicht vorhanden. Die Lücke sieht man erst, wenn jemand danebengreift. Deshalb baut man Kategorien nach dem echten Bestand, nicht nach dem Naheliegenden.